Das Jahr 2026 bringt in der Pflege keine grundlegende Neuordnung, aber Verbesserungen für den Alltag. Ziel der Politik ist es, Pflege verlässlicher, übersichtlicher und praxistauglicher zu gestalten – für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte. Warum sich Regeln ändern, und welche konkreten Maßnahmen greifen, zeigt dieser Überblick.
Die Pflege in Deutschland entwickelt sich weiter. Immer mehr Menschen sind im Alter oder bei Krankheit auf Unterstützung angewiesen, zugleich wird Pflege oftmals zu Hause organisiert. Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2023 rund 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig, ein Großteil davon in häuslicher Pflege. Auf diese Entwicklung reagiert die Pflegepolitik für 2026 mit gezielten Anpassungen, die den Alltag erleichtern und Unterstützung besser zugänglich machen sollen. Darauf verweist auch das Bundesgesundheitsministerium in seinen aktuellen Informationen zu Gesundheit und Pflege.
Leistungen bleiben verlässlich
Eine gute Nachricht für Pflegebedürftige und ihre Familien: Die Leistungen der Pflegeversicherung bleiben 2026 stabil. Pflegegeld, Pflegesachleistungen und der Entlastungsbetrag gelten weiterhin in der Höhe, die nach der Erhöhung 2025 erreicht wurde. Das sorgt für Planungssicherheit im Pflegealltag, wie PflegeABC in seiner Übersicht zur Pflegereform 2026 erläutert.
Beratung flexibler & besser planbar
Ein zentrales Anliegen für 2026 ist die Weiterentwicklung der Pflegeberatung. Die verpflichtenden Beratungsbesuche beim Pflegegeld bleiben bestehen, werden aber praxisnäher organisiert. Ziel ist es, Pflegebedürftige und Angehörige weiterhin gut zu begleiten, ohne unnötig Zeit und Ressourcen zu binden. Das Bundesgesundheitsministerium hebt hervor, dass Beratung stärker am täglichen Unterstützungsbedarf ausgerichtet werden soll.
Die Beratung wird flexibler in der Durchführung: Neben persönlichen Terminen können, nach einem ersten Vor-Ort-Besuch, auch digitale Beratungsformate genutzt werden. Darauf weisen Kranken- und Pflegekassen hin. Für viele Angehörige bedeutet dies kürzere Wege und eine leichtere Organisation im Alltag.
Neue Wohnformen gemeinsam denken
Ein weiterer Schwerpunkt liegt 2026 auf präventiven Angeboten. Pflege und Gesundheit sollen stärker zusammengedacht werden, um Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Pflegekassen sollen Präventionsberatung gezielter einsetzen und pflegerische Empfehlungen frühzeitig vermitteln. Nach Angaben des Internetportals Pflege.de geht es dabei unter anderem um Sturzvermeidung, Mobilität und den Umgang mit Belastungen im Pflegealltag.
Blick auf Prävention wird immer wichtiger
Auch gemeinschaftliche Wohnformen bleiben ein wichtiger Baustein. Wohngruppen oder andere gemeinschaftliche Modelle bieten vielen Menschen eine Alternative zwischen Alleinleben und Pflegeheim. Die bestehenden Fördermöglichkeiten durch Pflegekassen, etwa für Beratung und Organisation, werden fortgeführt. Pflege.de betont, dass solche Wohnformen gezielt unterstützt werden, um ambulante Pflege gezielter einzubinden. Pflege 2026 steht für mehr Übersicht, mehr Flexibilität und verlässliche Unterstützung. Leistungen bleiben stabil, Beratung wird alltagstauglicher, Prävention stärker berücksichtigt und bürokratische Abläufe vereinfacht. Die Änderungen zielen darauf ab, Pflege für alle Beteiligten gut handhabbar zu halten.
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Weniger Bürokratie, mehr Zeit
Zum 1. Januar 2026 tritt außerdem das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) in Kraft. Es richtet sich vor allem an professionelle Pflegekräfte und -einrichtungen. Ziel ist es, Abläufe zu vereinfachen und Kompetenzen besser zu nutzen. Das Bundesgesundheitsministerium nennt unter anderem vereinfachte Dokumentationspflichten und angepasste Qualitätsprüfungen, damit Pflegekräfte nach einer Diagnosestellung mehr Möglichkeiten und Zeit für pflegerische Tätigkeiten haben. Wichtig für Pflegebedürftige: Das Gesetz verändert keine Leistungen, trägt aber dazu bei, dass Pflege effizienter und störungsärmer organisiert werden kann.



