Der Akku ist das Herzstück eines E-Bikes – und gleichzeitig das Bauteil, über das sich die meisten Mythen ranken. Fragen wie „Muss man den Akku immer ganz entladen?“ oder „Darf das E-Bike bei Kälte draußen stehen?“ sorgen regelmäßig für Verwirrung.
Mythos 1:
Akkus immer komplett entladen, bevor man sie wieder auflädt.
Falsch. Moderne Lithium-Ionen-Akkus leiden laut dem Hersteller Statera Bikes aus Gengenbach unter Tiefentladung. Wer den Akku regelmäßig unter 10 Prozent nutzt, riskiert dauerhafte Schäden. Ideal ist ein Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent, besonders bei täglicher Nutzung. Komplettladungen sind technisch möglich, sollten aber nicht zur Gewohnheit werden.
Mythos 2:
Der Akku mag Kälte nicht – also lieber im Warmen laden und fahren.
Teilweise richtig. Temperaturen unter 5 Grad Celsius beeinträchtigen kurzfristig die Reichweite. Der Akku darf im Winter draußen gefahren werden, sollte aber nie im Kalten geladen werden – das schadet den Zellen. Tipp: Akku bei Raumtemperatur laden und vor dem Fahren wieder ins E-Bike einsetzen.
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Mythos 3:
Lange Lagerung? Einfach komplett aufladen und weglegen!
Falsch! Wer sein E-Bike über Monate einlagert (zum Beispiel im Winter), sollte nach Angaben der Experten von Statera Bikes den Akku auf etwa 50 bis 60 Prozent laden und trocken bei 10 bis 20 Grad Celsius lagern. Eine vollständige Ladung bei langer Lagerzeit kann die Zellen belasten – genauso wie eine Tiefentladung.
Mythos 4:
Regen ist kein Problem – Akkus sind wasserdicht.
Nur bedingt richtig. Moderne Akkus und Kontakte sind gegen Spritzwasser geschützt (IPX-Schutz), aber nicht vollständig wasserdicht. Starkregen, Hochdruckreiniger oder stehendes Wasser im Bereich der Elektronik können Schäden verursachen. Daher: nach Regenfahrten trocknen, regelmäßig Kontakte prüfen und reinigen.
Mythos 5:
Mehr Wattstunden = immer besser.
Nicht unbedingt. Ein Akku mit vielen Wattstunden (zum Beispiel 800 Wh) liefert mehr Reichweite – aber er wiegt auch mehr und kostet deutlich mehr. Wer vor allem kurze Strecken fährt oder sein Bike häufig tragen muss, kommt oft mit kleineren Akkus (zum Beispiel 500 Wh) besser zurecht.
