Diese Hummel dreht im Roten

„Hyacinthus rouge" verführt diese Hummel mit rotem Flor. Für Gartenbesitzer gilt: Was in den zurückliegenden Wochen als aufblühende Zwiebelblumen in Töpfen gekauft wurde, kann im Spätsommer ausgepflanzt werden. Foto: sas

Zwiebelpflanzen, die jetzt in Töpfen blühen, können später ausgepflanzt werden

„Hyacinthus rouge“ lautet der schlichte Name nebenstehender Zwiebelpflanze, die jetzt für Furore sorgte. Echtes Rot, nicht nur auf dem Etikett. Eine hübsche Züchtung innerhalb einer Gattung, die sonst eher von blau, rosa, weiß und violett geprägt ist. Die ersten Hummelköniginnen landen mit Karacho in dem duftenden Flor, der – aus einer winterharten Zwiebelpflanze – auch in den kommenden Jahren so blühen kann. Man muss nur wissen, wie man ihn dazu bringt …

Schwierig ist das nicht. Das, was jetzt dort im Topf so schön aussieht – ob nun auf dem Wohnzimmertisch, der Küchenfensterbank oder draußen auf der Terrasse, wo dann auch die ersten Insekten etwas davon haben –, ist komplett winterhart. Das gilt für viele Blumenzwiebelpflanzen, nicht nur für die Hyazinthen, sondern auch für Traubenhyazinthen, Tulpen, Puschkinien, Winterlinge und viele weitere. Ihre Überdauerungsorgane, die Zwiebeln, machen nach getaner Blüte ein ziemlich langes Schläfchen, um im kommenden Frühling erneut auszutreiben.

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Frost? Ist ihnen egal. Harter Frost? Sogar piepegal! Das Geheimnis ist bloß Folgendes: Sind die in Töpfen als (nach)winterlicher Blütenschmuck für Haus und Terrasse gekauften Pflanzen durch mit ihrem Flor, sollten sie nicht mehr gegossen, kühl und dunkel gestellt werden. Erst im Spätsommer holt man sie wieder hervor und kann sie ab September in die Beete pflanzen. Dass die Zwiebeln diese Trockenzeit überleben, ist überaus erstaunlich, aber so ein Dornröschenschlaf verhilft ihnen sogar zu neuer Stärke. Größer ist da schon die Gefahr, dass zu aufgeräumte Gärtner sie schlicht und ergreifend in der dunklen Kühle vergessen und erst nach Jahren wiederfinden.

Weiterer Vorteil des späten Auspflanzens: In der besten Pflanzzeit (September und Oktober) für Stauden und Gehölze weiß man nach dem Sommer eben auch, wo noch Platz ist im Beet für die Zwiebeln und Knollen. Die – und nicht nur Hummeln können ein Liedchen davon summen – als erste Blüher des Jahres eine ziemlich wichtige Aufgabe übernehmen, indem sie mit ihrem Flor süße Verlockungen für die Insektenwelt zur Verfügung stellen.

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